Was tun?!

…wenn Sie misshandelt werden:

Haben Sie Mut!

Bitten Sie Personen Ihres Vertrauens um Unterstützung. Diese Kontakte können eine wichtige Hilfe in akuten Notsituationen sein. Fühlen Sie sich zuhause nicht mehr sicher, nehmen Sie Kontakt zu unserem Frauenhaus auf.  Wenn ein Frauenhausaufenthalt (jetzt) nicht für Sie in Frage kommt, wenden Sie sich an unsere Beratungsstelle. Wir beraten Sie in allen Fragen Ihrer Sicherheit, den polizeilichen und rechtlichen Möglichkeiten uvm.  

Körperliche und sexuelle Gewalt sind immer Unrecht und auch in der Familie strafbar 

Auch Einschüchterungen, Beleidigungen, Beschimpfungen oder Bedrohungen sind Gewalt, gegen die Sie sich wehren könnenWenn Sie sich von Ihrem Partner akut bedroht fühlen, scheuen Sie sich nicht und rufen Sie die Polizei! In allen Nürnberger Polizeiinspektionen steht auch rund um die Uhr eine Ansprechpartnerin für Frauen zur Verfügung. Die Polizei ist dafür zuständig weitere Gefahr vonIhnen und Ihren Kindern abzuwehren, zu diesem Zweck kann die Polizei Gewalttäter vorrübergehend aus einer Wohnung verweisen und ein Kontakt- und Näherungsverbot aussprechen.

Sind sie verletzt? Und seien es auch „nur“ ein paar blaue Flecke – lassen Sie sich dies von einer Ärztin oder einem Arzt bestätigen. Ein Attest ist für eine spätere Scheidung, die Wohnungszuweisung oder einen eventuellen Strafantrag wichtig.

…wenn Sie Ihren Partner verlassen wollen:

Lassen Sie sich nicht einschüchtern!  

Sie können Ihren Mann jederzeit verlassen und von zu Hause ausziehen – es entstehen Ihnen dadurch keine rechtlichen Nachteile! Nach geltendem Recht dürfen Sie Ihre Kinder mitnehmenWenn es Streit darüber gibt, können Sie ggf. bei Gericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die gesamte elterliche Sorge für sich beantragen.  Sie sind finanziell abgesichert. Falls Ihr Mann keinen Unterhalt zahlt, stehen Ihnen und Ihren Kindern Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch („Hartz 4“), Kindergeld sowie ggf. Unterhaltsvorschuss durch das Jugendamt zu. Sollten Sie mittellos sein, können Sie bei einer Anwältin bzw. einem Anwalt eine Rechtsberatung erhalten, hierfür können Sie bei der Rechtsantragsstelle des Familiengerichts Beratungshilfe beantragen. Für ein Gerichtsverfahren steht Ihnen ggf. Prozesskostenhilfe zu.

Was Sie bei einem Auszug aus der Wohnung unbedingt mitnehmen sollten:

  • Ausweis/Pass und Kinderpass ggf. mit Aufenthaltsgenehmigungen und Arbeitserlaubnis
  • Geld/EC-Karte/Kreditkarte/Sparbücher/Bankunterlagen
  • Geburtsurkunden von Ihnen und den Kindern
  • Heiratsurkunde oder Familienstammbuch
  • Versichertenkarten der Krankenkasse von sich und den Kindern
  • Schulsachen und Lieblingsspielzeuge der Kinder
  • Impfpass und Heft über U-Untersuchungen der Kinder
  • Versicherungsunterlagen
  • Steueridentifikationsnummer
  • evtl. Lohnbescheinigung des Mannes
  • Mietvertrag
  • Zeugnisse
  • Kleidung für ein paar Tage
Sollte es Ihnen nicht möglich sein an alles zu denken, machen Sie sich keine Sorgen: wir helfen Ihnen, diese Sachen später zu holen!

Was Sie für Ihre Sicherheit tun können:

Wenn Sie in einer Gewaltbeziehung leben, ist es sinnvoll sich Gedanken über Ihre persönliche Sicherheit zu machen. In Krisensituationen bekommen Sie so mehr Kontrolle und können sich besser schützen.

  • Fluchtplan: Wie können Sie sich am schnellsten in Sicherheit bringen?
  • Telefonisch Hilfe holen: Können Sie jederzeit telefonieren? Speichrn Sie Notfallnummern als Kurzwahl!
  • Unterstützung: Wer könnte Ihnen helfen?
  • Kinder: Erklären Sie den Kindern die Situation, bereiten Sie sie vor.
  • Schlüssel: Lassen Sie Zweitschlüssel machen.
  • Dokumente und Wertsachen: Bringen Sie ihre persönlichen Dokumente/Wertsachen in Sicherheit, z.B. zu Freunden oder an den Arbeitsplatz, machen Sie Kopien oder Fotos von allen Dokumenten, die Sie nicht wegbringen können
  • Notfalltasche: Packen Sie eine Tasche mit den wichtigsten Dingen für sich und ihre Kinder
  • Beweise: Dokumentieren Sie alle Gewaltvorfälle, gehen Sie zum Arzt und lassen Verletzungen dokumentieren
  • Unterkunft: Können Sie im Notfall bei Verwandten/Freundinnen unterkommen?
Eine ausführliche Checkliste für Ihre Sicherheit können Sie hier herunterladen.